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Willkommen bei nXtmind

Gedanken, Beobachtungen und persönliche Perspektiven auf das, was passiert – und auf das, was dahinterliegen könnte.

Jean Pierre Kraemer – Zwischen Image, Erfolg und offenen Fragen

Meine Perspektive auf das, was öffentlich bekannt ist.

Ich möchte gleich zu Beginn etwas klarstellen: Ich bin kein „Fanboy“ von Jean Pierre Kraemer. Ich kenne ihn nicht persönlich und habe kein persönliches Verhältnis zu ihm.

Mein Ziel ist weder, jemanden um jeden Preis zu verteidigen noch vorschnell zu verurteilen.

Was mich an diesem Fall beschäftigt, ist die Frage, wie wir mit einem öffentlich diskutierten Video und den daraus entstandenen Interpretationen umgehen.

Ich halte es für richtig, eine sichtbare körperliche Auseinandersetzung ernst zu nehmen. Gleichzeitig sollte man zwischen dem unterscheiden, was auf einer Aufnahme zu erkennen ist, und dem, was sich daraus nicht sicher ableiten lässt.

Genau diese persönliche Einordnung möchte ich hier vornehmen.



Warum ich genauer hingesehen habe


Rund um den Fall ist eine intensive öffentliche Diskussion entstanden.

Viele Menschen haben sich bereits eine Meinung gebildet. Ich wollte mir meine eigene Einschätzung nicht allein anhand weniger Sekunden bilden.

Deshalb habe ich mir das mir vorliegende Videomaterial wiederholt angesehen.

Dabei ist mir eine einfache Trennung wichtig:

Was sehe ich?
Was weiß ich?
Und was bleibt offen?



21 Sekunden


Ich habe eine 21 Sekunden lange Aufnahme einer Überwachungskamera gesehen. Nach meiner Wahrnehmung sind darauf Datum, Uhrzeit und eine Kamerabezeichnung erkennbar.

Die Aufnahme ist ohne Ton und endet kurz nachdem JP durch eine Glastür gegangen ist.

Ich habe mir das Material über mehrere Wochen hinweg wiederholt angesehen – insgesamt wahrscheinlich zwei bis drei Stunden, nicht am Stück.

Mein Ziel war dabei nicht, aus dem Video eine bestimmte Schlussfolgerung zu erzwingen.

Ich wollte möglichst genau erfassen, was in diesen wenigen Sekunden zu sehen ist.



Was ich auf der Aufnahme wahrnehme


Nach meiner persönlichen Wahrnehmung stehen sich beide Personen zunächst gegenüber und interagieren miteinander.

Julia steht vor JP und bewegt ihren Zeigefinger mehrfach in seine Richtung.

Danach ist zu sehen, wie JP sie nach meiner Wahrnehmung an den Haaren fasst und von sich wegstößt.

Im weiteren Verlauf kommt es erneut zu einer kurzen körperlichen Auseinandersetzung. Dabei entsteht für mich der Eindruck, dass JP Julia gegen eine Wand drückt.

Anschließend wirken beide für einen kurzen Moment so, als würden sie miteinander sprechen beziehungsweise weiter miteinander interagieren.

Danach ist erneut eine Bewegung zu sehen, bei der JP Julia nach meiner Wahrnehmung von sich wegstößt.

Kurz darauf geht er durch die Glastür.

Julia macht noch ein oder zwei Schritte in seine Richtung. Ob sie anschließend ebenfalls durch die Tür geht, kann ich anhand meiner Aufnahme nicht feststellen, da das Material an dieser Stelle endet.

Das ist meine persönliche Beschreibung dessen, was ich in diesen 21 Sekunden wahrnehme.



Was offen bleibt


Das Video hat klare Grenzen.

Ich kann nicht hören, was gesagt wurde.

Ich sehe nicht, was unmittelbar vor Beginn der Aufnahme passiert ist.

Ich sehe auch nicht den weiteren Verlauf nach dem Ende des Materials.

Damit bleiben wesentliche Teile des Gesamtzusammenhangs offen.

Auch die Identität der abgebildeten Person kann ich anhand der mir vorliegenden Bildqualität nicht eigenständig zweifelsfrei feststellen.

Deshalb beschränke ich mich bewusst auf das, was ich anhand des Materials persönlich wahrnehmen kann.



Ein Ausschnitt bleibt ein Ausschnitt


Öffentlich verbreitet wurde ein kurzer Ausschnitt einer Überwachungskamera-Aufnahme.

Wie dieser Ausschnitt entstanden ist oder welche weiteren Informationen möglicherweise existieren, kann ich nicht abschließend beurteilen.

Ich möchte daraus ausdrücklich keine weitergehenden Schlussfolgerungen ziehen.

Fest steht für mich lediglich:

Ein Ausschnitt zeigt einen begrenzten Zeitraum.

Er kann deshalb nicht automatisch den gesamten Ablauf einer Situation wiedergeben.

Genau diese Grenze sollte man bei der persönlichen Bewertung eines solchen Materials berücksichtigen.



Warum bei mir Fragen bleiben


Je intensiver ich mich mit der Aufnahme beschäftigt habe, desto mehr Fragen sind entstanden.

Vor allem Fragen zum vollständigen Ablauf.

Was geschah unmittelbar davor?

Was wurde gesagt?

Was geschah danach?

Welche zusätzlichen Informationen gibt es?

Auf diese Fragen liefert mir der vorliegende Ausschnitt keine vollständigen Antworten.

Vielleicht gibt es für einige Punkte längst weitere Informationen.

Vielleicht verändert zusätzlicher Kontext die heutige Wahrnehmung.

Und vielleicht liege ich mit einzelnen persönlichen Einschätzungen falsch.

Auch das muss möglich sein.

Eine Frage zu stellen bedeutet nicht, bereits eine Antwort zu kennen.



Kritik und persönliche Grenzen


Ich halte es für legitim, das auf einer Aufnahme Wahrgenommene kritisch zu diskutieren.

Ebenso ist es legitim, Verantwortung zu thematisieren.

Gleichzeitig sollte eine persönliche Einordnung nicht weiter gehen als die Informationen, auf denen sie beruht.

Deshalb möchte ich mich auf das vorhandene Material und meine eigene Wahrnehmung konzentrieren.

Nicht alles, was denkbar ist, ist deshalb auch belegt.



Was mir bei der Diskussion wichtig ist


In einer emotionalen Debatte entsteht schnell ein Schwarz-Weiß-Bild.

Für mich ist die Situation differenzierter.

Ich möchte weder sichtbare Vorgänge verharmlosen noch aus einem begrenzten Ausschnitt mehr ableiten, als dieser tatsächlich hergibt.

Kritik sollte möglich sein.

Fragen sollten möglich sein.

Aber auch Unsicherheit sollte möglich sein.

Denn gerade bei unvollständigem Material ist es sinnvoll, zwischen einer Beobachtung und einer Schlussfolgerung zu unterscheiden.



Ich bin nicht „für“ oder „gegen“


Ich möchte diesen Fall nicht auf die Frage reduzieren, ob man „für JP“ oder „gegen JP“ ist.

Ich möchte auch nicht behaupten, anhand eines 21-sekündigen Videos den gesamten Sachverhalt beurteilen zu können.

Was auf der Aufnahme zu erkennen ist, kann sachlich beschrieben werden.

Gleichzeitig dürfen die Grenzen des Materials benannt werden.

Für mich ist das kein Widerspruch.

Man kann eine sichtbare Handlung kritisch betrachten und gleichzeitig anerkennen, dass der vollständige Kontext nicht bekannt ist.

Man kann Fragen stellen, ohne eine bestimmte Antwort vorzugeben.

Und man kann eine Meinung haben, ohne sie als Tatsache auszugeben.



Mein Maßstab


Je emotionaler eine öffentliche Diskussion wird, desto wichtiger wird für mich eine klare Trennung:

Beobachtung: Was sehe ich?

Information: Was lässt sich nachvollziehen?

Einordnung: Wie interpretiere ich das Gesehene?

Offene Frage: Was kann ich nicht beantworten?

Diese Ebenen sollten nicht miteinander vermischt werden.

Denn eine Vermutung wird nicht dadurch zur Tatsache, dass sie oft wiederholt wird.



Mein Fazit


Das mir vorliegende Videomaterial zeigt aus meiner persönlichen Wahrnehmung heraus eine kurze körperliche Auseinandersetzung.

Das sollte sachlich benannt werden.

Gleichzeitig fehlen wichtige Teile des Gesamtzusammenhangs: Der Beginn ist nicht vollständig zu sehen, der Ton fehlt und das Ende der Situation ist nicht dokumentiert.

Deshalb möchte ich aus diesen 21 Sekunden weder eine vollständige Geschichte ableiten noch offene Fragen mit Vermutungen beantworten.

Ich kann beschreiben, was ich wahrnehme.

Ich kann sagen, welche Fragen bei mir entstehen.

Und ich kann offenlegen, wo meine eigene Kenntnis endet.

Ich weiß es nicht.

Für mich ist genau das ein wichtiger Bestandteil einer sachlichen Diskussion.

Eine Meinung zu haben bedeutet nicht, alles zu wissen.

Die eigene Perspektive sollte dort enden, wo die belegbaren Informationen enden.

Das ist meine Perspektive auf das, was öffentlich bekannt ist.